Burnout: Prävention und Therapie

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Der Burnout im Sinne einer Stresserkrankung ist ein Kind unserer Zeit: Druck, Konkurrenz, Unsicherheit, ein erhöhtes Maß an Arbeitsbelastung und (Eigen)Verantwortung, Reizüberflutung, ständige Erreichbarkeit und Weiterentwicklung, Pflege von Angehörigen, emotionale Traumata sind die häufigen Hintergründe. Meist leidet unter diesen Umständen eine gesunde Lebensführung: eine falsche mikronährstoffarme Ernährung und zuwenig Erholungszeiten verschlimmern die Situation zusätzlich. Nicht selten entsteht eine Negativspirale aus gestörtem Schlaf und Überlastung, sodass sogar Depressivität auftreten kann.

„Jeder zweite fühlt sich von Burnout bedroht“, titelt das Deutsche Ärzteblatt 2018. Alle die beruflich hohen Belastungen ausgesetzt sind, sollten sich Gedanken über Prävention bzw. Therapie von Burnout machen, um sich Gesundheit, Lebensfreude und den Erhalt der Arbeitskraft zu sichern. Die Praxis für Komplementärmedizin Felber stellt gerne Diagnostik und Therapie hierfür zur Verfügung.

Beschwerden

  • geringe Belastbarkeit, ständige Müdigkeit, Erschöpfung, Frieren
  • Gefühl der Überforderung, Konzentrationsschwäche
  • Schmerz- und Lärmempfindlichkeit
  • Unruhe, Nervosität, restless legs
  • Schlafstörungen, Alpträume
  • Ängste, Depressionen, Panikattacken

Ursachen

Chronischer Stress

  • führt zur Erschöpfung der Mikronährstoffe, Stress-Hormonsysteme und Neurotransmitter
    • Hypophyse: CRH-Rezeptoren desensibilisieren, daraus folgt ACTH-Mangel
    • Nebennierenerschöpfung: Cortisol und DHEA↓
    • Serotonin, Melatonin↓
    • Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin↓
  • zuerst stressbedingt erhöhte Glukokorticoidspiegel (Cortisolexzess), evtl. mit Gewichtszunahme
  • dann Hypocortisolismus, besonders Morgencortisol zu niedrig (Nebennierenerschöpfung)

Eine Ursache kommt selten allein

Die möglichen Gründe für chronische Erschöpfung und Müdigkeit sind vielfältig und können sich mit chronischem Stress überlagern, müssen dies aber nicht.

  • vorhandene Grunderkrankungen
    • durchgemachte (virale) Infektionserkrankungen, z. B. Pfeiffersches Drüsenfieber
    • chronisch entzündlicher Darm mit Malassimilation
  • Schilddrüsenunterfunktion (latent, manifest)
  • Mikronährstoffmängel: erhöhter Verbrauch bei chronischem Stress
    • Eisen (häufig bei Frauen und Vegetariern), Zink, Jod etc.
    • Aminosäuren: Tyrosin etc.
  • Toxinbelastung (Schwermetalle), chronische Entzündung
  • geschwächte Organe
    • Leber, Herz etc.
    • Verdauungsprobleme
  • KPU/HPU

Diagnose

  • Cortisoltagesprofil (Speicheldiagnostik)
    • besonders Morgencortisol zu niedrig
    • meist parallel DHEA vermindert
  • ggfs. Serotonin und Katecholamine
  • Schilddrüse, insbesondere reverseT3
  • ggfs. Entzündungsparameter
  • Mikronährstoffstatus: Spurenelemente, Aminogramm

Therapie nach Ursache

Lebensstil anpassen

  • Ruhe und Entschleunigung, weniger ist mehr
  • Ziele, Ressourcen, Machbarkeit abwägen: work-life-balance
  • emotionalen Stress abbauen
  • vollwertige vitalstoffreiche Ernährung
  • Schlafhygiene: weniger abendlicher Medienkonsum
  • Adaptogene: Rosenwurz, Raupenpilz (Cordyceps sinensis) etc.

Nach individueller Konstellation

  • Immunsystem restaurieren (bei Infektanfälligkeit)
  • Schilddrüsentherapie
  • Mikronährstoffe: defizitäre Spurenelemente auffüllen, B-Vitamine, Aminosäuren