Früherkennung von Darmkrebs

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Jährlich erhalten ca. 60000 Patienten, zumeist jenseits des 50. Lebensjahrs, die Diagnose Darmkrebs – bei kontinuierlicher Zunahme der Neuerkrankungsrate. Das kolorektale Karzinom gehört zu den drei häufigsten malignen Erkrankungen mit einer 5-Jahres-Überlebensrate von 63 %. Die Früherkennung ist besonders wichtig, weil die Behandlung in frühen Stadien eine sehr gute Prognose aufweist. Seit 2017 steht ein immunologischer Test zur nicht-invasiven Früherkennung als Kassenleistung für Patienten ab dem 50. Lebensjahr zur Verfügung (iFOBT). Ist der Stuhlbefund positiv, erfolgt zur weiteren Abklärung eine Darmspiegelung (Koloskopie), die den Goldstandard für das Darmkrebsscreening darstellt.

Nicht-invasive Früherkennung per Stuhldiagnostik

Generell kann allen Patienten ab dem 40. Lebensjahr eine Darmkrebsvorsorge empfohlen werden. Besonders Risikopatienten, z. B. mit familiärer Häufung, sollten diese in Anspruch nehmen. Dazu eignen sich Stuhluntersuchungen, welche je nach Fragestellung unterschiedlich ausfallen bzw. kombiniert werden.

Die Praxis für Komplementärmedizin Felber bietet u. a. folgende Untersuchungen des Laborpartners Ganzimmun an:

  • Parameter für Darmkrebs
    • iFOBT: immunologischer Test auf Blut im Stuhl
    • M2-PK
    • Calprotectin
    • ColoAlert
  • Ganzheitliche Stuhldiagnostik
    • Stuhl-pH
    • Darmflora, -pilze
    • Pankreaselastase
    • Entzündung und leaky gut: Calprotectin, Alpha-1-Antitrypsin
    • etc.

iFOBT

Der herkömmliche FOBT (fäkaler okkulter Blut Test) ist altbewährt, hat jedoch einige Fehlerquellen. Der immunologische Test (iFOBT) weist mittels einer Antikörper-Reaktion selektiv humanes Hämoglobin (Hb) sowie Hämoglobin-Haptoglobin-Komplex (Hb-Hp) in einer Stuhlprobe und damit eine Blutung nach. Nicht blutende Tumore werden somit nicht aufgedeckt, ebenso solche die nicht fortwährend bluten.

Tumor M2-PK

Ein spezifisches Enzym des tumoreigenen Glukosestoffwechsels. Dieser Parameter im Stuhl ist unabhängig von okkultem Blut. Es können also blutende und nicht blutende Polypen oder Darmtumore erkannt werden. Der Test reagiert falsch positiv auf akute bzw. chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn), die ein wesentliches Risiko für Darmkrebs darstellen. Verfälschend (falsch negativ) wirken sich Durchfälle wegen des Verdünnungseffekts auf den Test aus.

Calprotectin

Ein Protein, welches von Immunzellen gebildet wird. Bei Entzündungen (bakteriell, viral, autoimmun) und tumorösen Veränderungen des Darmgewebes gelangen vermehrt Immunzellen in das Darmlumen, wodurch Calprotectin freigesetzt wird. Dieser Marker zeigt mit hoher Sensitivität sowohl blutende als auch nicht-blutende Polypen, sowie kolorektale Karzinome, aber auch chronisch entzündlichen Darmerkrankungen an.

ColoAlert

Mittels dieses Gentests können humane DNA-Veränderungen, die zur Entstehung von Darmtumoren führen, bereits nachgewiesen werden, bevor erste Wucherungen endoskopisch sichtbar sind – insbesondere in der wichtigen Frühphase.

Ganzheitliche Stuhldiagnostik zur Erkennung von Risikofaktoren

Unterschiedliche Marker geben Auskunft über die Darmgesundheit und die wichtige Funktion der Darmschleimhaut als Barriere. Deren Untersuchung erfolgt in der Regel bei Verdauungsbeschwerden, ist aber im Grunde bei vielen chronischen Erkrankungen sehr sinnvoll als Grundlage für die anschließende Therapie.

Weiterhin können Risikofaktoren für die Entstehung eines kolorektalen Karzinoms erkannt und nachfolgend therapiert werden:

  • vermehrte Fäulnisflora (Dysbiose)
  • verminderte schleimhautschützende Flora
  • verminderte Enzyme der Bauchspeicheldrüse
  • Verdauungsrückstände: besonders Fett und Eiweiß
  • chronische Entzündung der Darmschleimhaut

Beschwerden

Das kolorektale Karzinom zeigt meist keine Frühsymptome. Gewichtsverlust, Nachtschweiß, Fieber und reduzierte Leistungsfähigkeit können vorkommen. Erst in fortgeschrittenen Stadien treten typische Beschwerden den Stuhlgang betreffend auf:

  • Verstopfung, Durchfall
  • Teerstuhl (schwarzer Stuhl durch verdautes Blut), Blut auf dem Stuhl bzw. okkultes Blut
  • Bleistiftstuhl