Brustkrebs-Prophylaxe für die Frau

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Erkrankungen der weiblichen Brust, z. B. die zystische Mastopathie, sind leider keine Seltenheit und für Frauen Ursache von Beschwerde und Sorge über das Fortbestehen der Brustgesundheit. Leider ist das Mamma-Karzinom der häufigste bösartige Tumor der Frau. Für die Brustkrebs-Prophylaxe sollten neben der regelmäßigen Selbstuntersuchung und der Mammografie folgende mögliche Hintergründe beachtet werden.

Ursachen/Risikofaktoren für Brusterkrankungen

  • hormonelle Dysbalance
    • Östrogendominanz (ungünstige Östrogenmetabolite), Progesteronmangel
    • Umwelthormone (Xenohormone): Weichmacher aus Plastik
    • Leber: Hormonabbau und -ausscheidung
  • Hormonersatztherapie
  • Belastung mit Toxinen und Schwermetallen
    • Arsen-, Blei-, Quecksilberbelastung durch Fischkonsum oder Amalgamfüllungen
    • Cadmiumbelastung durch Rauchen
  • Status Immunsystem und Belastung mit Viren
  • Mikronährstoffmangel: B-Vitamine, Vitamin D, Selen, Jod
  • Übergewicht und Überernährung mit Zucker u. Kohlenhydraten
  • chronisch entzündeter Darm, Dysbiose
  • chronische Entzündung, oxidativer Stress

Brustkrebs in Asien

Die Häufigkeit des Brustkrebses ist weltweit sehr unterschiedlich, besonders Japanerinnen und Koreanerinnen sind auffällig seltener davon betroffen, als Frauen in westlichen Nationen. Weiterhin haben Migrationsstudien gezeigt, dass sich die Brustkrebsrate bei einwandernden Asiatinnen, die den westlichen Lebensstil annehmen, angleicht. Somit ist der Faktor Umweltbedingungen, wozu auch der Lebens- und Ernährungsstil gehört, sehr bedeutend. Die hohe Aufnahme von Soja-Isoflavonen (Misosuppe), Jod (Sushi, Algensalat), Omega-3-Fettsäuren (Seafood) und sekundären Pflanzenstoffen (Gemüse) mit der traditionellen japanischen Ernährung führt zu einem schlanken Habitus und hat offensichtlich präventiven Einfluss. Darüber schrieb bereits 2012 die Deutsche Ärztezeitung: Jod gegen Brustkrebs.

Präventive Labordiagnostik

Je nach Fall werden individuell sinnvolle Profile erstellt und die Abklärung vorhandener Risikofaktoren berücksichtigt. Von Wichtigkeit, gerade bei der Prophylaxe, ist die Balance der weiblichen Geschlechtshormone: Über die Laboruntersuchung Estronex (Ganzimmun) können Risikoöstrogene identifiziert und ggfs. therapeutische Maßnahmen getätigt werden.

  • Estronex: Profil der Östrogenmetabolite
    • sinnvoll wenn Mamma- oder Gebärmutterkarzinom in der Familie vorliegt und bei weiteren Risikofaktoren (Adipositas)
  • Schwermetallbelastung: Haaranalyse, Provokationstestung
  • Mikronährstoffprofil: Homocystein, Vit. D, Selen, Jod
  • Status Darmgesundheit

Präventivmaßnahmen und Therapie

Die genannten Mikronährstoffe können sich präventiv auf Brusterkrankungen auswirken und werden auch therapeutisch verwendet. Weitere Maßnahmen werden je nach Fall kombiniert, z. B. zur adjuvanten Therapie bzw. Begleitung einer Chemotherapie bei Mamma-Karzinom.

  • Mikronährstoffversorgung: Vitamin D, Selen, Jod
  • Behandlung der hormonellen Dysbalance und Gewichtsreduktion
  • Darmtherapie
  • Schwermetallentgiftung

Thema Hormonersatztherapie (HET)

Die Hormonersatztherapie bei Wechseljahrsbeschwerden ist ein umstrittenes Thema, insbesondere wenn es um das Brustkrebsrisiko geht. Dr. med. Petra Brandt zieht in ihrem Artikel „Streit um die Östrogene“ auf DocCheck 2019 folgendes Falzit: 

  • eine HET führt zu einer leichten Erhöhung des Brustkrebsrisikos, besonders bei adipösen Patientinnen
  • Patientinnen mit Wechseljahresbeschwerden und dem Wunsch nach einer HET müssen ergebnisoffen darüber aufgeklärt werden
  • Kontraindikationen wie anamnestische Thromboembolien, Nikotinabusus, Brustkrebs- oder Lebererkrankungen müssen berücksichtigt werden
  • die Dauer einer HET sollte so kurz wie möglich sein und die Notwendigkeit regelmäßig hinterfragt werden
  • vaginale Atrophien und uro-gynäkologische Beschwerden können durch eine nahezu ausschließlich lokal wirkende vaginal Östrogenisierung gut therapiert werden
  • bei starken vasomotorischen Beschwerden, fehlenden Kontraindikationen und auf Wunsch der Patientin ist bei Nichtansprechen hormonfreier Alternativen eine HET von möglichst kurzer Dauer indiziert

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